Geschichte
1926 erscheinen Thurgauer Künstler erstmals als Mitglieder in einer übernationalen künstlerischen Vereinigung, dem «Der Kreis». Die Idee der Verbundenheit und Gemeinsamkeit unter Thurgauer Künstlern manifestierte sich weiter in der 1932 stattfindenden umfassenden Ausstellung im Hotel Schiff in Mannenbach, wo erstmals thurgauische «Maler vom Untersee» gemeinsam ihre Werke zeigten. Dies waren Adolf Dietrich, Ernst Graf, Hermann Knecht, Max Boller und Friedel Grieder. Aus dieser gemeinsamen Ausstellung erwuchs dann die Idee eines Zusammenschlusses unter dem Namen «Thurgauische Künstlergruppe». Die 15 bei der Gründung anwesenden Mitglieder stammten aus allen Teilen des Kantons. Das Ereignis wurde in der Neuen Zürcher Zeitung vermeldet. Am 9. März 1941 trat sie erstmals öffentlich unter diesem Namen in einer repräsentativen Ausstellung in Amriswil auf.Zu den oben genannten traten noch 14 weitere Künstler und Künstlerinnen hinzu. Der Vereinigung lag nicht eine Unité de doctrine was der Kunststil und deren Inhalte betrifft zugrunde, sondern die Verbundenheit der Künstler und Künstlerinnen mit dem Land Thurgau und die Schwierigkeit, überhaupt ausstellen zu können, brachte sie näher zusammen. Es gab kaum eine Galerie, die sich für Künstler einsetzte, geschweige denn ein kantonales Kunstmuseum. Die Gruppe blieb längere Zeit eine Vereinigung ohne Statuten deren Ziel es war, aus der Vereinzelung herauszutreten, auszustellen und die Gemeinschaft etwa beim traditionellen Fischessen am Untersee zu pflegen. Selbst während der Kriegszeiten stellte die Gruppen einmal pro Jahr nicht nur im Kanton, sondern auch in den KantonenZürich, Schaffhausen (im Museum Allerheiligen) und St. Gallen aus. In den fünfziger Jahren nahm die Gruppe sofort wieder die Gelegenheit des Austausches mit grenznahen Städten wahr, und es wurde in Lindau und in Konstanz ausgestellt. Nach dem 20-jährigen Jubiläum wollten die Aktivmitglieder durch eine Passivmitgliedschaft für ein breiteres Interessepublikum werben. Auch die turbulenten 68er Jahre gingen nicht spurlos an der losen Vereinigung vorbei und die Krise gipfelte in der Idee, diese losen Gemeinschaft aufzulösen. 1972 waren die Schwierigkeiten überwunden und die «Thurgauische Künstlergruppe» verwandelte sich in die «Thurgauer Künstlergruppe». Die erstmals erstellten Richtlinien beinhalteten nicht nur eine geregelte Organisation, sondern auch strengere Aufnahmekriterien in die Gruppe. 1975 richtete der amtierende Obmann Jacques Schedler eine zentrale und permanente Sammelstelle für thurgauische Grafik ein. 1980 erschien die erste Dokumentation der Künstlergruppe in Form eines Buches mit dem Titel «Thurgauer Künstlergruppe». Auch fanden praktisch alljährlich Gruppenausstellungen in sämtlichen Gegenden der Region, aber auch ausserhalb des Kantons wie St. Gallen statt. Die Aktivitäten der Gruppen erreichten in den neunziger Jahren einen neuen Höhepunkt mit der Teilnahme an der «Thurgauer Kunst und Gourmet Wochen» in Zürich-Oerlikon sowie der jurierten Ausstellung «art und weise» in Amriswil. Dass die Gruppe neue Wege suchte, manifestierte sich in der Jahresausstellung der Gruppe «TG 95 im Zug» in Güttingen, an der die Werke in einer eher unkonventionellen Umgebung gezeigt wurden. Eine Zusammenarbeit mit dem Amt für Umwelt kam innerhalb von drei verschiedenen Ausstellungen zum Thema «Um - Kunst - Welt» zustande und die Auseinandersetzung mit der Jugend suchten die Mitglieder anlässlich der zweimal stattfindenden «Kreativen Jugendwoche in der Kartause Ittingen». Zu einer konzeptionellen Ausstellungen entschied man sich im Liebenfels und für die Jubiläumsausstellung 2001 in Frauenfeld präsentierte die Gruppe fünf verschiedene Konzepte in fünf verschiedenen Ausstellungsorten. Mit diesen konzeptionellen Ausstellungen aktiviert und intensiviert die Gruppe die Zusammenarbeit untereinander.
Formell bildete sich aus der losen Vereinigung inzwischen ein Verein mit Statuten und einem geregelten Aufnahmeverfahren für neue Aktivmitglieder.
Obmänner und Obfrauen
Dr. Max Boller, Ermatingen 1941 - 1951
Ernst E. Schlatter 1951 - 1953
Hans Grundlehner 1953 - 1968
Jacques Schedler 1968 - 1975
Hansruedy Rickenbach 1975 - 1991
Werner Eberli 1991 - 1998
Marianne Jost - Schäffeler 1998 - 2000
Brigitte Hanhart 2000 - 2005
Brigitta Hartmann 2005 -
Zu den ersten Mitgliedern gehörten:
Max Boller
Adolf Dietrich
Theo Glinz
Friedel Grieder
Ernst Graf
Hans Grundlehner
Hermann Knecht
Emil Mehr
Paul Meyer
Carl Rösch
Ernst E. Schlatter
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